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Lieblingsmenschen :: Laura de Weck

Staatsschauspiel Dresden, Neubau :: 30-05-08

Regie: Gustav Rueb
Bühne und Kostüme: Petra Wilke
Musik: Mark Lim
Dramaturgie: Nina Steinhilber

Mit
Jule: Charlotte Puder
Lili: Hanka Mark
Darius: Friedrich Rössiger
Anna: Aischalina Löbbert
Sven: Thomas Hof
Phillip: Florian Beyer

Presse

Dresdner Neueste Nachrichten :: 02-06-08

In "Lieblingsmenschen" greife Laura de Weck "ordentlich in die Klischeekiste, ohne gleich unrealistisch zu werden", meint Norbert Seidel in den Dresdner Neuesten Nachrichten (2.6.). "Dieser Eindruck mag aber auch von Regisseur Gustav Rueb gestützt werden, der das dem Stück und jedem studentischen Leben innewohnende Dilemma zumindest so stimmungsvoll inszeniert, dass man über einige Unstimmigkeiten und Plattitüden schnell hinwegsieht." Dass die "vielversprechenden jungen Darsteller kein bisschen aus der Bahn" geworfen würden, bestätigt für Seidel die Vermutung, dass "de Wecks Debüt-Figuren in solchen Untiefen umherschippern, die einen guten Schauspieler wohl eher noch anspornen als lahm legen, jedoch im Text keineswegs als Charaktere gelten können." Das Ganze mache "recht viel Spaß, speziell in einigen mit guten, kurz angebundenen Gags besetzten Gesprächen".

Sächsische Zeitung :: 02-06-08

Laura de Wecks Stück "Lieblingsmenschen", dessen Handlung "an sich nichts Großes" sei, werfe aber "ein ernst zunehmendes Problem auf", schreibt Jacqueline Rau in der Sächsischen Zeitung (2.6.), "spricht es doch über die Kommunikationsgewohnheiten einer ganzen Handy-Generation." In seiner Dredsdner Inszenierung gelinge es Regisseur Gustav Rueb und seinen Schauspielern hervorragend, den "SMS-Verkehr spielerisch ins Geschehen einfließen zu lassen." Die Schauspielstudenten spielten ihre Rollen "frisch und herzlich, einfühlsam wie aus dem eigenen Leben gegriffen."

nachtkritik.de (Andreas Herrmann) :: 31-05-08

(...)
Gustav Rueb inszeniert das Stück seiner Landsfrau am Kleinen Haus Dresden weit weniger endzeitstimmend als er könnte. Einige Szenen geraten ihm dabei fast schon zum Klamauk, der aber wiederum die offenbarte Ziellosigkeit jenseits von Prüfungsstress und Abendspaß abstrakt konterkariert. Die Stückkürze gewährt dabei genügend Platz für zerrissene Charakterstillleben.

Rueb verzichtet dabei wohltuend auf typische Klischees bezüglich der Studienrichtungen und gibt seinen Figuren dadurch mehr Raum für persönliche Profilneurosen, die sich vor allem im freien Paarungsdrang ausleben. Scheppernde Auftritte, leiser Abgang. Ein gelungener Schachzug ist dabei, Phillip - im Text nur als Dauerfreund Annas erwähnt, aber mit keiner Aussage bedacht - als eigene Rolle zu besetzen, obwohl Florian Beyer dabei nur als filigrane Randfigur durch die Szenen huschen darf.

Auch ansonsten darf man sich durchaus am Auftritt des Nachwuchssextetts vom Schauspielstudio des Hauses erfreuen: Charlotte Puder, Hanka Mark und Aischa-Lina Löbbert als die drei offensiv männertauschenden Freundinnen und die beiden Antipoden Thomas Hof und Friedrich Rößiger, natürlich lieber Täter als Opfer, dürfen sich anherrschen und auslieben.

Ausstatterin Petra Schlüter setzte eine geräumige halboffene Quader-Kombination in purem Blechcharme auf die Bühne, die von allen Seiten bestiegen und bekrochen werden kann und bei jedem Auftritt ordentlich scheppert. Mark Lim untermalt das Stück mit einem elektronischen Klangteppich, der vor allem die einsamen, düsteren Momente der SMS-Dialoge besinnlich umrahmt. (...)