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Endstation Sehnsucht :: Tennessee Williams

Theater Lübeck :: 09-11-12

Regie: Gustav Rueb
Bühne: Peter Lehmann
Kostüme: Alexandre Corazzola

Mit:
Blanche: Susanne Höhne
Stanley: Andreas Hutzel
Stella: Ingrid Noemi Stein
Mitch: Henning Sembritzki
Einice: Astrid Färber
Steve: Sven Simon

Pablo: Herbert Kriesel
Ein Arzt: Gerd Bennewitz/Hans-Jürgen Junge
Ein junger Kassierer: André Janssen
Mexikanerin/Krankenschwester: Maria Herman/Anna-Lena Mührer

Presse

shz :: 12-11-12

(...) Endstation Sehnsucht - ein Fest vor allem für Susanne Höhne in der Rolle der Blanche DuBois. Was an der Trave auf die Bühne kommt, ist Theater voller Kraft und Leidenschaft. Gebildet und scheinbar wohlerzogen die eine, ordinär und gewaltbereit der andere - es sind Susanne Höhne und Andreas Hutzel als Stanley, die dem Stück sein Gesicht geben. Diese perfekte, in Lübeck bewährte Paarung, blättert in den Facetten der Charaktere wie in einem Roman. Vor den Augen ihres faszinierten Publikums spielt Susanne Höhne die Blanche nicht, sie wird zu ihr - mit aller Verletzlichkeit, Gemeinheit, Besessenheit. [...] Rueb setzt das Stück in das New Orleans der Gegenwart, wo es sich bruchlos einfügt: Illusionen, Lebenslügen, Kraftlosigkeit, Brutalität, Angst und Sehnsucht kennen weder zeitliche, noch räumliche, noch gesellschaftliche Grenzen. (...)

Lübecker Stadtzeitung :: 12-11-12

(...) In diesen gut drei Stunden ist keine Sekunde zu viel, denn es stimmt alles. [...] Rueb spürt dem nach mit exzellenter Führung der Personen, bleibt erkennbar am Original, schafft wahnsinnsdichte, sex- und suffgeladene Atmosphäre. Die Kraft des Regisseurs bewegt ein Ensemble, dessen Leistungsfähigkeit bekannt ist. Als Dreh- und Angelpunkt gibt Susanne Höhne der vom Winde verwehten Blanche eine bestürzende Intensität mit allen Facetten, chargiert weltverloren, leidend, überspannt, hoffend, begehrend, delirierend [...]. Andreas Hutzel kehrt mit Trieb- und Schlagkraft überzeugend das Mannsbild heraus, das mit dumpfer Direktheit und sentimentalem Kern seinen ungehobelten Weg geht, über Frau und Freunde herrscht und Blanche spüren lässt, dass sie seine Kreise stört. Wie schwer zu spielen auch die Partner sind, lassen Ingrid Noemi Stein und Henning Sembritzki vergessen. Erstere gibt der Stella ihre geduldige Liebe zu Stanley [....]. Als Mitch reduziert sich Henning Sembritzki sensibel auf das Wesen des Alleinerzogenen und Mitläufers in Stanleys Pokerrunde. [...] Über sechs Jahrzehnte alt, ist ›Endstation Sehnsucht‹ ein moderner Klassiker, der sich seine Aktualität bewahrt - wenn er derart überzeugend in Charakterstudien und Milieu gebracht wird. Inszenierung und Susanne Höhne, bei der Premiere mit Beifall überschüttet, sind so herausragend, dass sie in die Lübecker Schauspiel-Annalen eingehen werden. (...)

Lübecker Nachrichten :: 11-11-12

(...) Susanne Höhne spielt Blanche als welkende Frau, die zu frivol ist, um nur durch edle Abstammung geprägt zu sein, zu neurotisch, um sich in der Proleten-Welt zu behaupten, zu alleine, um jedwede Annäherung zurückzuweisen. Die Aufführung ist ein Triumph für Susanne Höhne. Ihr intensives Spiel, das über mehr als drei Stunden fast nie an Spannung verliert, grenzt an Selbstverletzung - sie hält diese hochmütige wie zerrüttete Existenz auf Touren, auch wenn es weh tun muss. In Andreas Hutzel als Stanley hat sie einen kaum weniger starken Gegenpart. Er hat sich auch diese Rolle bis auf die Knochen angeeignet: laut, selbstgerecht, misstrauisch, jähzornig. Und auch verletzlich. Die anderen Darsteller sind mehr als Stichwortgeber: Ingrid Noemi Stein ist eine verträumte und doch zuweilen aufbrausende Stella; schön ordinär Astrid Färber als kettenrauchende Nachbarin Eunice und Sven Simon als ihr Mann Steve; Henning Sembritzki spielt anrührend den etwas tumben und plumpen Mitch. [...] Regisseur Gustav Rueb hat gemeinsam mit den Schauspielern jede Menge Komik voller Verzweiflung, doch jenseits von Zynismus untergebracht. Der Beifall war allseits überwältigend und galt besonders einer gerührten Hauptdarstellerin. (...)