Die Reise nach Bugulma :: Jachym Topol
Düsseldorfer Schauspielhaus :: 19-02-06Regie: Gustav Rueb
Bühne: Florian Etti
Kostüme: Julia Wernhard
Musik: Ole Schmidt
Mit
Eman: Dieter Prochnow
Jenda: Johannes Allmayer
Alter Mann: Winfried Küppers
Karla: Constanze Becker
Ärztin: Anke Schubert
Jerochymova: Angelika Bartsch
Mann am Bach: Winfried Küppers
Radiostimmen: Heidi Ecks
Presse
WDR Scala
Das groteske Prost geht auf die sozialistische Vergangenheit, eine ausgeflippt konsumorientierte Gegenwart und die von durchgeknallten Terroristen gefährdete Zukunft. Formal bereitet der Text den Theaterleuten einige Probleme. Dennoch sind skurile Bilder und Situationen gelungen, die Jachym Topol in der Tradition von grotesken Figuren seiner Heimat erfunden hat.FAZ
Die Regie von Gustav Rueb gibt der klapprigen Farce den Rest, indem sie auf naturalistisches Elendstheater setzt.Theater heute
Gustav Ruebs Regie entfacht ein Spektrum an Komik, das von grotesk gelungen bis zu betulich boulevardesk reicht.(...)Der Auftakt erfolgt effektvoll in Monty-Python-Manier, drei an Gartenzwerge erinnernde rotkapuzte Männer schreien und glitschen gegen den Schneesturm an, als wären sie auf dem Himalaya, der Enkel Jenda kreischt noch "Opilein", wonach der heroisch röchelnd im Schnee verendete Grossvater (Winfried Küppers) kurzerhand ins nächste Eisloch entsorgt wird.
Johannes Allmayer als Jenda und Dieter Prochnow als Eman stecken tief in ihrem jeweiligen Sumpf, ziehen von dort aus ihre Kreise unbeirrt berührungslos aneinander vorbei und machen dabei ihre Sache ziemlich gut.(...)
Am Ende lässt Rueb die frisch zusammengeführte Familie noch einen Song vom Band mitgrölen. Dass die unsichtbar anwachsenden Leichenberge vor der Tür diese Partylaune kaum überschatten, scheint plausibel, dass einem aber auch beim Zuschauen das Lachen kaum gefriert, ist ein Problem.
