Aus aller Welt fliegen sie herbei, die Vögel, um eine Konferenz abzuhalten. Sie sehnen sich nach einem König, der ihr Reich vor Chaos und Untergang rettet. Also beschließt die Konferenz, den legendären Simurgh – das Ideal eines starken Herrschers, dem König aller Wesen - aufzusuchen. Doch die Reise durch die sieben Täler bis zum Berg Oaf, wo Simurgh lebt, ist lang und beschwerlich. Und schon werden die ersten Ausreden gefunden, die Reise nicht anzutreten.

Falk Richter verwebt das persische Versepos von Farid ud-Din Attar aus dem 12. Jahrhundert mit den gesellschaftspolitischen Fragestellungen unserer Zeit: Wieso hören wir die Welt nicht mehr? Wieso zieht sie an uns vorüber? Vor lauter Bilder- und Informationslärm sehen und verstehen wir nichts mehr. Mit analytischem Blick seziert Richter die Verdrängungsmechanismen, die wirken, um unser Leben im Unmöglichen zu rechtfertigen. Um uns herum verenden Flora und Fauna, doch unser einziges Lebensziel ist Wachstum. Nicht das Wachstum der Natur, pardon, sondern ein abstraktes ökonomisches Wachstum des Profits. Aber was wächst hier eigentlich im Land des unerschöpflichen Wachstums?

Die Finanzstürme wachsen ins Unermessliche.

Das Geld flieht.

Das Eis auch.

Ein wütender und dringlicher Text. Eine Aufforderung zum Handeln.

(Fischer Theater Medien)