Der Herzog post lässig mit Bulldogge Lola, dem heimlichen Star der Premiere. „Man gönnt sich Kunst“, erklärt Leonore Sanvitale, Prinzessin Leonore von Este hingegen beweist ungewöhnliche Ehrlichkeit: „Schnickschnack Kunst, ich bin nur auf Tasso scharf.“ Die Positionen sind besetzt, das Spiel im Kasseler Theater im Fridericianum kann beginnen.
Read MoreNachtkritik
"Na, was ist denn nun eigentlich Kunst?", fragt der Dichter. Antwort aber gibt Antonio, der Ignorant. Er stellt sich das zum Beispiel so vor: "Die Weisheit lässt von einer goldnen Wolke/ Von Zeit zu Zeit erhabne Sprüche tönen." Gemeint ist damit das Vorbild Ariost, aber es drängt sich der Gedanke auf, Goethe habe in einem Anflug biestiger Selbstironie bei diesen Worten vor allem an sich selbst gedacht und an das eigene Stück: An "Torquato Tasso", jenes streng zeremonielle, fünfaktige Bühnengespräch, das so reich ist an zitierfähigen Einzelsentenzen und so arm an szenischem Leben.
Read MoreWAZ
Zu Anfang balanciert Regine ein Grablicht auf der Stirn. Grablichter flackern auch am Boden. Kokettieren mit dem Tod oder Hinweis auf die Morbidität dieser kleinen Gesellschaft, die ihre Gefühle unter sprachlicher Feingravur zu verbergen sucht? Robert Musils Drama „Die Schwärmer“ gilt von jeher als wenig bühnentauglich, als Lesedrama. Regisseur Gustav Rueb gelingt auf der Bühne der Kammerspiele nur bedingt der Gegenbeweis. Zu sehen ist indessen ein eigenwillig berückender Abend, weit entfernt von den lärmenden Eindeutigkeiten unserer Medienwelt.
Read MoreRuhrnachrichten
Ein kindlich-unbeschwerter Augenblick gleich zu Beginn - wenn nur nicht flackernde Grableuchten den langgezogenen schmalen Guckkasten aus Edelholz-Furnier auf der Vorderbühne der Bochumer Kammerspiele säumten: Auf waagerecht empor gestreckter Stirn balanciert Marina Frenk als Regine eine der Leuchten.
Read MoreWDR, Scala
Der Ruf der Unspielbarkeit haftet an Musils Stück – Regisseur Gustav Rueb gelingt nun tatsächlich der Gegenbeweis.
Read MoreKulturmagazin
Stunden könnte man in der Beobachtung dieser Stille verweilen. Regisseur Gustav Rueb läßt seine Protagonisten ganze Wasserfälle erzählen, ohne auch nur ein einziges Wort zu sagen.
Read MoreFrankfurter Rundschau
Es dauert lange, ehe in den "Bakchen" des Euripides, wie sie Gustav Rueb jetzt auf die Bühne des Kasseler Schauspielhauses gebracht hat, das erste Wort gesprochen wird. Nur der Geldspielautomat rattert und klingelt gelegentlich. Allein dieser wunderbare Auftakt würde schon die Fahrt nach Nordhessen lohnen. Doch der Inszenierung geht auch danach die Luft nicht aus.
Read MoreHNA
Die ersten zehn Minuten von "Bakchen" am Kasseler Schauspielhaus vergehen im sprachlosen Ausharren. Damit zieht Regisseur Gustav Rueb das Publikum in dieselbe Stimmung hinein wie sein Bühnenpersonal. Eine Mattigkeit, die die Schleuse zu verborgenen Sehnsüchten öffnen kann.
Read MoreGöttinger Tageblatt
Griechenland gilt – nicht zu Unrecht – als Wiege der abendländischen Kultur. Doch die Tragödie „Die Bakchen“ des Euripides hat mit geläufigen abendländischen Werten nicht viel zu tun. Das hat Gustav Rueb in seiner verstörenden, faszinierenden Inszenierung am Schauspielhaus Kassel eindringlich gezeigt.
Read MoreGmündener Tagespost
Dieser "Faust II" von Gustav Rueb ist so brüchig wie die Zeit. Deshalb kommt ihr diese Inszenierung sehr nahe.
Read MoreRems-Zeitung
Ein großer Projektemacher wrackt ab. Ein reduzierter, aber bildmächtiger "Faust II"
Read MoreDie Südostschweiz
Das Landestheater Tübingen spielte am Freitag in der Kanti-Aula einen spannenden Faust II, der gut besucht war und erstaunlich gut aufgenommen wurde.
Read MoreReutlinger Nachrichten
Faust als Global Player in einer beschleunigten Medienweit: Gustav Ruebs Inszenierung von "Faust II" bot ein schroffes Nebeneinander von Zeichen, Stilen und Medien, was beim Publikum nur zum Teil ankam.
Read MoreStuttgarter Nachrichten
Null und eins, Bits und Bites. Die Bühne eine Festplatte, die Welt ein einziger binärer Code. Regisseur Gustav Rueb beamt mit Hilfe des Ausstatters Tilo Steffens "Faust II" von Johann W. Goethe, mit dem das Landestheater Tübingen letzten Freitag seine Saison eröffnet hat, in ein Medienzeitalter des Virtualitäts- und Zeitrausches.
Read MoreReutlinger Generalanzeiger
Der Teufel steckt im Großrechner
Als unspielbar wird Goethes »Faust II« oft beschrieben. In der »Tragödie zweiter Teil« prasseln viele Themen, Bilder und Handlungsstränge aufeinander, die Sprache ist wechselhaft in Form und Stil, teilweise bedeutungsschwer überfrachtet. Die verwirrende Vielfalt schreckt die meisten Bühnen ab, nicht so das LTT.
Read MoreSchwäbisches Tagblatt
Im LTT brummelt, nölt und nuschelt sich die Hauptperson Faust missmutig durch ein Stück, das für ihn bekanntlich schlimm ausgeht. Kummerspeck hat er angesetzt, wirkt etwas magenleidend: Den Schock der geplatzten Gefangenenbefreiung am Schluss von "Faust I" verdaut er nun erst einmal dösend in einer Kernkraftwerk-Leitzentrale, die dem Inneren einer Festplatte ähnelt (Bühne: Tilo Steffens) und in der noch ausgiebig geschrubbt wird.
Read MoreSächsische Zeitung
In seiner Dredsdner Inszenierung gelinge es Regisseur Gustav Rueb und seinen Schauspielern hervorragend, den "SMS-Verkehr spielerisch ins Geschehen einfließen zu lassen."
Read MoreDresdner neueste Nachrichten
In "Lieblingsmenschen" greife Laura de Weck "ordentlich in die Klischeekiste, ohne gleich unrealistisch zu werden", meint Norbert Seidel in den Dresdner Neuesten Nachrichten (2.6.). "Dieser Eindruck mag aber auch von Regisseur Gustav Rueb gestützt werden, der das dem Stück und jedem studentischen Leben innewohnende Dilemma zumindest so stimmungsvoll inszeniert, dass man über einige Unstimmigkeiten und Plattitüden schnell hinwegsieht.
Read MoreNachtkritik
Gustav Rueb inszeniert das Stück seiner Landsfrau am Kleinen Haus Dresden weit weniger endzeitstimmend als er könnte. Einige Szenen geraten ihm dabei fast schon zum Klamauk, der aber wiederum die offenbarte Ziellosigkeit jenseits von Prüfungsstress und Abendspaß abstrakt konterkariert.
Read MoreGöttinger Tageblatt
Ringen der Überlebenden mit Tod und Trauer
Von der Antike an die Bushaltestelle: Am Kasseler Staatstheater zeigt der junge Regisseur Gustav Rueb die Euripides-Tragödie "Alkestis" als sehr heutige Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Trauer.
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