Jago, die böseste Figur, die Shakespeare je geschaffen hat, täuscht den gutgläubigen Othello, getrieben von Ehrgeiz, Eifersucht, Hass und Rassismus. Indem Jago Othello Unwahrheiten in den Kopf setzt, verändert er dessen Wahrnehmung der Welt um ihn herum. Immer mehr glaubt der Feldherr an den angeblichen Betrug seiner Frau: Desdemona verliert ihre Unschuld. Nicht durch ihre Taten, sondern durch Täuschung. Im Intriganten Jago sieht Othello einen loyalen Freund, im treuen Leutnant Cassio den Betrüger und in der ihn liebenden Desdemona eine Hure. Je mehr die große beidseitige Liebe, die dem schwarzen Kriegshelden in einer Gesellschaft voll subtiler oder offener Vorurteile Halt gab, ihre Unbedingtheit verliert, um so mehr verstrickt sich Othello in einen Wahn. Muss er darin schuldig werden? Zaimoğlu und Senkel finden eine eigene Sprache, um den Hass, den Rassismus und die Liebe in Shakespeares Text spürbar zu machen. 

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