„In Zeiten des abnehmenden Lichts“: Erfolgsroman in Osnabrück szenisch umgesetzt
Treppen ins Nichts
Abgestoßenes Holz, blätternde Farbe. Die Treppen verschlingen sich in einander – wie die Lebenswege der Familie Umnitzer: des SED-Kaders Wilhelm, seines Stiefsohnes und Gulag-Überlebenden Kurt, dessen russischer Frau Irina und deren Sohn Alexander. Nur: Die Treppen enden ohne Ziel. So sehr sich die Figuren beim Hinaufsteigen abmühen, sie stehen am Ende vor dem Nichts. Es sind Geschichten des Scheiterns, die „In Zeiten des abnehmenden Lichtes“ erzählt. Die Dramaturgin Marie Senf und Regisseur Gustav Rueb haben Eugen Ruges Erfolgsroman für die Bühne des Theaters Osnabrück bearbeitet.
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Ruge im Theater: Adaption als raffinierte Komposition. Hut ab! So ein Koloss muss man erst mal auf die Bühne bringen, ohne das umfangreiche Buch auf tönernen Füssen bloss zu stellen.
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Eugen Ruges Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ fängt das Leben in der DDR ein. Die Osnabrücker Bühnenfassung lässt davon nicht viel übrig. Eine Premierenkritik.
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Helle Begeisterung im kleinen Emma-Theater der Städtischen Bühnen Osnabrück: Regisseur Gustav Rueb und sechs Schauspieler behielten Thomas Köcks geistreiches wie gallebitteres Geschichtslabor „Jenseits von Fukuyma“ souverän im Griff. Der junge, in Österreich geborene Autor hat dafür den ersten, mit 6000 Euro dotierten Osnabrücker Dramatikerpreis erhalten.
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Zunächst gibt es für alle weiße Laborkittel. Was die verschiedene Interpretation von Premierengarderobe angenehm einebnet in einem seitlich mit weißen Leinwänden verhängten, im Wesentlichen von Schwarzlicht beleuchteten Bühnenraum. Da steht man dann erst einmal drin. Hat einen Kittel an und darf sich auf die wenigen kleinen weißen Kuben nicht setzen.
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Mit einer orgiastischen Schneeschaum-Party stürzen sich die Untoten der Gletscherbahn-Brand-Katastrophe von Kaprun in ein Après-Ski-Vergnügen, das ihnen an diesem und allen weiteren Ski-Abenden versagt geblieben ist. (...) Regisseur Gustav Rueb hat dafür zu den 6 Sprechrollen einen 12-köpfigen Statisten-Chor auf die Bühne geholt. Sie sitzen auf den Stufen, stehen wieder Schlange, um eine Speichelprobe abzugeben oder an einem Kassenhäuschen am linken Bühnenrand eine Nummer zwischen 1 und 155 zu erhalten. Sie imitieren den abrupten Halt der Zugfahrt, formieren sich zu Paaren und tanzen einen marionettenhaften Slow-Motion-Totentanz oder legen sich in Reih und Glied an der Rampe in Leichensäcke.
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155 Todesopfer forderte die Brandkatastrophe der Gletscherbahn Kaprun am 11. November 2000. Die Wintersportler verbrannten oder erstickten in einer Rauchgaswolke. Das Unglück bot Elfriede Jelinek den Anlass für ihr 2002 entstandenes Stück "In den Alpen". Darin steht das Ereignis exemplarisch für eine allgemeine Zivilisationskritik. In den Worten der Schriftstellerin: "Im Grunde schreibe ich immer ein- und dasselbe Stück fort. So ist "In den Alpen" gewissermaßen eine Fortsetzung des "Sportstücks". Nur ist es diesmal der Sport, das Vergnügen, der Spaß als Katastrophe." Nun hatte "In den Alpen" am Stadttheater Ingolstadt in der Regie von Gustav Rueb Premiere.
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Vorne liegen die Leichensäcke und hinten tobt die Pistengaudi. Aber die da rhythmisch zum Disco-Lärm zucken, „A Gaudi muaß sei“ kreischen, saufen und kotzen, sind Zombies, tragen Skianzüge zu blutenden Wunden im kalkweißen Gesicht. Gerade noch sind sie wie Traumwandler mit verwunderten Blicken durch diesen Unort getappt, der anmutet wie eine Mischung aus Warteraum und verrußter Eiskathedrale. Sie hatten ein Gebet auf den Lippen oder vielleicht einen Fluch. Zu hören war nur Gewisper und alles lief im Zeitlupentempo. Kurz nach neun – die Uhr im weißen Schalterhäuschen zeigt es an – ist für sie die Zeit stehen geblieben. Kurz nach neun begann das Inferno.
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„Erwarten Sie keine Worte aus meinem Mund – ich habe nur Zähne darin.“ Es sind solche Sätze, für die man Brecht liebt. Dieser stammt aus dem selten gespielten Frühwerk „Im Dickicht der Städte“, das Gustav Rueb an nun an den Kammerspielen des Theaters Lübeck zur Premiere gebracht hat.
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Am 24. Januar feierte die Brecht-Inszenierung Im Dickicht der Städte in den Lübecker Kammerspielen ihre Premiere. Verantwortlich zeichnete an dieser Stelle Gustav Rueb, der die Regie führte. Willkommen in der Welt des Bertolt Brecht!
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Johanna überquert die große, leere Bühne und verschwindet. Sie kehrt zurück. Diesmal begibt sie sich zur hinteren Bühnenwand, erhebt ihren Arm und kratzt mit den Fingernägeln daran herunter. Sie trägt ein mittel blaues, schlichtes Kleid. Sie setzt sich auf den Boden, mit dem Rücken gegen die Wand gelehnt. Sie hat einen Entschluss gefasst, welchen, wird der Zuschauer erst später erfahren.
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„Die Jungfrau von Orleans“ im Kasseler Staatstheater entwickelt sich zum Publikumserfolg der Spielzeit.
Blut und Erde oder auch Schmutz, das sind die Elemente mit denen Gustav Rueb den Säulen des Kanons zu Leibe rückt, um sie erfrischend lebendig oder provozierend anders auf die Bühne zu bringen.
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Was passiert, wenn in unsere Welt ein Mensch hineinprallt, den irdische Bindungen nicht interessieren und der sich in seinem Handeln auf unhinterfragbare höchste Instanzen beruft? Gustav Rueb legt in seiner überzeugenden Inszenierung von Friedrich Schillers romantischer Tragödie „Die Jungfrau von Orleans“ am Kasseler Staatstheater den Schwerpunkt auf diese Konfrontation – und rückt damit den fremden kriegerischen Stoff verstörend nah an uns heutige Menschen heran.
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"Ich möcht als Reiter fliegen / Wohl in die blutge Schlacht", heißt es in Joseph von Eichendorffs "In einem kühlen Grunde", und mit diesem Gedicht, in wackerem Männerchorsound vom Ensemble gesungen, endet Gustav Ruebs Kasseler Inszenierung der "Jungfrau von Orleans". Blutüberströmt steht Johanna an der Rampe, im Hintergrund wird der Showdown begleitet von all jenen Visionen, die im Laufe des Abends auf Rückwand und Bühnenboden projiziert worden waren.
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Rostocker HMT-Studenten zeigen die Komödie "Der Geizige" nach Molière und Peter Licht: Ein schrilles Gesellschaftsgemälde als vergnügliche Kapitalismus-Kritik
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„Ich weiß, dass es mich das Leben kosten kann.“ Das sagt einer, der derzeit die Revolution in Ägypten vorantreibt. Das hätte auch Georg Danton sagen können, wahrscheinlich hat er es gedacht. Georg Büchner schrieb 1835 das Stück „Dantons Tod“, in dem er sich mit der revolutionären Feindschaft zwischen Danton und Robbespierre beschäftigt, zwei führender Gestalten der französischen Revolution.
Im Staatstheater Kassel hat Gustav Rueb das Werk jetzt inszeniert – es ist eine wirklich grandiose Produktion geworden.
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Dieser Abend ist ein Aufschrei. Gespeist aus Adrenalin, Sexgier, Machtgeilheit und Angst. Wie nah diese Stimmungen beieinanderliegen, zeigt Gustav Ruebs grandiose Inszenierung von Georg Büchners Drama „Dantons Tod“.
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Als effektvoll aufgezogenes Revolutionsdrama mit Geräuschbeilage hat Gustav Rueb am Staatstheater Kassel "Dantons Tod" von Georg Büchner inszeniert.
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Endstation Sehnsucht - ein Fest vor allem für Susanne Höhne in der Rolle der Blanche DuBois. Was an der Trave auf die Bühne kommt, ist Theater voller Kraft und Leidenschaft.
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In diesen gut drei Stunden ist keine Sekunde zu viel, denn es stimmt alles. Rueb spürt dem nach mit exzellenter Führung der Personen, bleibt erkennbar am Original, schafft wahnsinnsdichte, sex- und suffgeladene Atmosphäre. Die Kraft des Regisseurs bewegt ein Ensemble, dessen Leistungsfähigkeit bekannt ist.
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