Leonce, der freiheitsliebende Prinz des Königreichs Popo, soll heiraten – und niemand geringeres als Prinzessin Lena aus dem Reich Pipi: eine Frau, die er noch nie getroffen hat. Doch Leonce sehnt sich nach einem selbstbestimmten Leben und macht sich mit seinem Diener Valerio auf nach Italien, um der Zwangsheirat zu entgehen. Was er nicht weiß: Auch Prinzessin Lena beschließt angesichts ihrer bevorstehenden Vermählung, aus ihrem Heimatkönigreich zu fliehen. In Italien treffen Leonce und Lena aufeinander, nicht wissend, wen sie vor sich haben, und verlieben sich – ahnungslos, dass sie füreinander bestimmt sind. Noch vor einem Geständnis trennen sich ihre Wege. Zurück in Popo planen Leonce und Valerio eine skurrile Maskerade, um die arrangierte Hochzeit zu sabotieren – und vollziehen dabei unwissentlich die geplante Verbindung …
Mit feiner Satire stellt Büchner eine zeitlose Frage: Wie oft glauben wir, frei zu handeln, während uns unsichtbare Fäden lenken?

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Debbie und Peter entfliehen dem Alltag mit ihren pubertierenden Kindern und gönnen sich eine kleine Kreuzfahrt. Alle sind entspannt, man lernt nette Leute kennen. So auch Elsa Jean Krakowski, eine sehr unterhaltsame Frau, die trotz ihrer Schicksalsschläge – ihr Mann ist tot – den Kopf nicht hängen lässt. Man verspricht sich, den Kontakt zu halten und sich gegenseitig zu besuchen. Das ist für Debbie und Peter ebenso leicht dahingesagt, wie schnell vergessen. Nicht aber für Elsa. Nun, der Kurztrip hat zu Hause nichts geändert. Sohn Alex ist notorisch schlecht gelaunt und hängt vorm Computer. Tochter Rosie hält sich für den Nabel des Universums und befindet sich in einem permanenten Empörungsmodus. Und auch bei Debbie und Peter herrscht nach 20 Jahren Ehe nicht mehr eitel Sonnenschein. Da kündigt Elsa Jean Krakowski für eine Woche ihren Besuch an. Debbie weiß überhaupt nicht, was sie von dieser Aufdringlichkeit halten soll. Sie googelt mal eben deren Namen und fällt aus allen Wolken. Was muss sie da lesen? Elsa Jean Krakowski soll mehrere Menschen umgebracht haben! Ausführlich berichten die Medien von dem Verdacht. Man habe ihr die Morde nur nicht nachweisen können. Panik bricht aus.
Hat Elsa nicht in jedem zweiten Satz vom Tod gesprochen? Ausnahmsweise sind sich Peter und Debbie mal einig, dass sie Elsa dringend ausladen müssen. Da klingelt es. Elsa steht vor der Tür, zwei Tage früher als angekündigt. Und schwupps ist sie drin …

Die Frage in dieser Krimi-Komödie von Steven Moffat ist nicht, wer war’s, sondern wer wird der Nächste sein? Eine Pointe jagt die nächste in dieser wunderbar bösen und absurd witzigen Geschichte – schwarzer englischer Humor at its best. Der Autor ist auch der preisgekrönte Verfasser der »Sherlock«-Serie mit Benedict Cumberbatch sowie von »Dr. Who«.

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Lippische Landeszeitung

Mit „Shockheaded Peter" hat das Landestheater Detmold einen Volltreffer gelandet. Am Ende bleibt das Publikum bewegt und aufgewühlt zurück. „Shockheaded Peter" ist kein nostalgischer Blick auf einen Kinderbuchklassiker, sondern eine schonungslose Auseinandersetzung mit Erziehung. Macht und Angst. Dank eines starken Ensembles, präziser musikalischer Leitung und klarer künstlerischer Handschrift ist ein Theaterabend gelungen, der verstört und fasziniert zugleich und damit das tut, was gutes Theater leisten sollte.

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Westfalium

Jetzt steht das rockige Grusical bis Mai auf dem Spielplan des Detmolder Landestheaters. In lockeren 75 Minuten ohne Pause erlebt das Publikum einen ebenso rasanten wie kurzweiligen Abend mit schrillen Bildern, anarchischer Musik und einem wahnsinnig hinreißend agierenden Ensemble und einer vierköpfigen fulminanten Band, vom Keyboard aus geleitet von Pianist Matthias Flake (55). Was die Detmolder Inszenierung vor allem auszeichnet ist ihre musikalische Transparenz und die grandios grotesk inszenierten Bilder mit farbiger Wuchte und spielerischem Drive. Mit seiner comichaften Bildsprache setzt Regisseur Rueb einen neuen Impuls am Landestheater.

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Donau Kurier

Alle sind hervorragend: Matthias Gärtner als toxisch männlicher Held, der sich als skrupelloser Demagoge entpuppt, Peter Rahmani als überforderter Günther, Sebastian Kremkow als verweichlichter Kunst-Dilettant Paul, Jan Gebauer als manierierter Taktierer Hagen, Teresa Trauth als kompromisslose Richterin und Edda Wiersch als umwerfend plappernde, Barbie- feministische Krimi. Zusammen bilden sie ein perfekt aufeinander abgestimmtes Ensemble, das in Florian Barths variabler, holzvertäfelter Wohnlandschaftsbühne mit schwankenden Böden und verschiebbaren Wänden auf hohem Energielevel agiert. Nina Kroschinskes Kostüme verbinden Zitate aus den 20ern mit heute und punkten mit Wow- Effekten. Und Sergej Maingardt schafft interaktive Klangwelten aus düsteren Atmosphären, subtilen Emotionen und treibenden Beats.

All das fügt sich in knapp dreieinhalb Stunden zu einem faszinierenden, unterhaltsamen Abend, der den deutschen Mythos neu befragt: Vielstimmig klingen Dichterworte von Goethe bis Grönemeyer heran – und verhandeln unsere Probleme im (Tarn-)Gewand des Nibelungen- Stoffes. 1925 und 2025: Multikrisen, das Erstarken der Rechten, die gespaltene Gesellschaft. Dafür gibt es am Ende langen Applaus.

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Die deutsche Bühne

Auf der Bühne entsteht eine bedrückende Atmosphäre, die in vielem an unsere Zeit erinnert: Alles steht vor mehr als einem gefährlichen Kipppunkt, die Sicherheit ist eine permanent gefährdete, die Ruhe eine trügerische. Doch leider verheddern sich Autor:innen wie Regie in zu vielen Bezügen und Assoziationen und verlieren dabei den Kern aus den Augen. Die anfangs dichte Darstellung einer Zeit, die genau 100 Jahre her ist und der unseren in ihrer Unsicherheit und dem Erstarken radikaler Positionen beängstigend ähnelt, verliert sich in einer leicht konfusen Eskalation. Einiges zieht sich unnötig in die Länge, während anderswo Erzählstränge einfach fallengelassen werden.

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Heilbronner Stimme

„Romulus der Große“ ist auf den ersten Blick luftig leichtes Theater ohne große Reibungsfläche. Doch in Dürrenmatts Vorlage steckt Substanz und Komplexität. Rueb umschifft den Klamauk, Dürrenmatts Sprache erhält nur selten ein Update. Bezüge zur Neuzeit gibt es auf der Bühne: Gemälde von Helmut Kohl, Angela Merkel oder Michail Gorbatschow als antike Herrscher, einen Retro-Plattenspieler oder ein Auto. Ruebs (politische) Verweise in die Gegenwart gehen vor allem in Richtung USA, etwa, wenn für das Kaiserreich – Amerika lässt grüßen – der Slogan „Make Rome Great Again“ vorgeschlagen wird, oder wenn Trumps inzwischen Ex-Kumpel Elon Musk als Odoakers Neffe Theoderich wild gestikulierend über die Bühne springt. Nach zweieinhalb Stunden mit Pause endet ein vergnüglicher Abend. Das Premierenpublikum honoriert die tolle Ensembleleistung mit langem Applaus.

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Rhein-Neckar-Zeitung

Moralisten zu ertragen im Lande der Pragmatiker und Populisten fällt immer schwerer, Pressefreiheit ist auch in Deutschland in Gefahr, und Nonkonformisten müssen sich wegducken vor der Macht von TikTok und Facebook. Romulus ist in jedem Fall ein Nonkonformist, er duckt sich nicht weg vor der Geschichte als Machtverweigerer. Ob er auch ein Moralist ist, muss also jeder für sich entscheiden – und zuvor der Regisseur. Es ist immer schwach, wenn dieser glaubt, seine Inszenierung vorher erklären zu müssen, statt seine Arbeit unmittelbar dem Publikum anzubieten. Diese war gut, das Publikum angeregt und beileibe nicht überfordert, auch wenn sich Dürrenmatt/Romulus in seinen Zeitbezügen so beliebig bei den Denkmälern der Antike bedient, dass er damit beim historischen Fakten-Check glatt durchfallen wurde.

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nachtkritik

In Heilbronn bleibt der Schweizer Regisseur Gustav Rueb gottlob unterhalb der Klamaukgrenze. Asterix und Monty Python lassen sich allenfalls erahnen. Mit seinen geschliffenen Dialogen und den ausführlichen Regieanweisungen steht "Romulus der Große" noch fest in der Tradition dramatischer Konventionen. Gustav Rueb versucht gar nicht erst, die Konstruktion aufzubrechen oder die Sprache zu "modernisieren". Fotos von Politikern mit Lorbeerkränzen, ein Monitor, Autos, ein Schallplattenschrank aus den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts: die anachronistischen Aktualisierungen beschränken sich auf Details des Bühnenbilds und der Requisiten. Die Musik zitiert den Italowestern. Was als Anspielung auf den Zustand der Welt verstanden werden konnte, als das Stück geschrieben wurde, hat auch in einer veränderten Welt noch seine Gültigkeit. Und sei es ex negativo.

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HNA

Wer Theater sehen will, wo alles stimmt, tolles Spiel, stimmiges Regiekonzept, mit aussagestarkem Bühnenbild und sprechenden Kostümen - der sollte „Ajax“ nicht verpassen.

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Neubürger Rundschau

Am Anfang wirkt alles noch so, wie eine etwas durchgeknallte Boulevardkomödie: eine schräge Familie, in ihrem geschmacklosen Domizil, eingeschlossen, wie in einen mahagonibraunen, mit rotem Samt ausgeschlagenen Edelholzsarg, gefangen in sinnfreien Ritualen und ziellosen Grübeleien. Ein Biotop ganz nach dem Geschmack des Filmemacher-Pärchens Viktor und Sabrina, die hier die ideale Dynastie gefunden zu haben glauben, um ein beispielhaftes Epochen-Porträt ihrer Gegenwart – die 1920er-Jahre - zeichnen zu können. Das ist die Grundkonstellation der Auftragsarbeit „Die Nibelungen – Rang und Drang“, die jetzt im Großen Haus des Stadttheaters Ingolstadt uraufgeführt wurde.

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Göttinger Tageblatt

Die Premiere im Deutschen Theater am Sonnabend verwüstet die Bühne und lässt aufgewühlte Zuschauer zurück – welche die Arbeit von Regisseur Gustav Rueb mit Standing Ovations würdigen. Heiner Müller lässt grüßen: Die Antike wird nicht bloß zitiert, sondern neu aufgeladen.

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Egotrip

Das Ensemble leistet in dieser dreistündigen Inszenierung Besonderes. Man merkt, dass alle voll hinter dieser Tell-Version stehen und die Aussage möglichst eindringlich und überzeugend ans Publikum bringen wollen.

Milan Béla Uhrlau ist ein wahrhaft vierschrötiger und in seiner Unsicherheit bewusst „männlich“ agierender Tell, Daniel Scholz spielt einen in seiner Nonchalance der Macht nicht nur skeptischen, sondern fast schon kontraproduktiven Vertreter eben dieser Macht. Karin Klein spiegelt all die Nöte einer Ehefrau und Mutter in einer macht- und kampfbesessenen Welt wider, und Edda Wiersch verleiht auf ihre unnachahmliche Art der Berta von Bruneck politischen Weitblick, Unabhängigkeit und ein intuitives Machtbewusstsein. Ali Berber spielt den Melchtal als heutigen Hooligan mit viel Testosteron und überschaubarer Intellektualität. Torsten Loeb gibt einen politische wendigen Stauffacher, Florian Donath einen den Winkelzügen der Bruneck nicht gewachsenen Nachwuchspolitiker und Sebastian Schulze einen idealistischen Sohn mit Vaterkomplex. Hubert Schlemmer muss sich dagegen leider mit der Rolle des schlichten Walter Fürst begnügen. Das Premierenpublikum honorierte diese „Tell“-Version mit kräftigem, anhaltendem Beifall.

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FAZ

Natürlich ist in dieser knapp dreistündigen Anti-Tell-Wundertüte viel zu viel drin. Die Schlagworte purzeln im Minutentakt über die Bühne: Es geht um Identitätspolitik und Geschlechtergerechtigkeit, um Autonomiebehörde und Teilhabe, um homo versus hetero, um Kultur gegen Barbarei, kurz, um alles, was gegenwärtig die Gemüter in Wallung bringt. Dass dies trotz des Overkills durchweg Spaß macht, liegt vor allem an der immer kurz vor der Grenze zum reinen Klamauk innehaltenden Regie Gustav Ruebs, die selbst platte Gags mit witzigen Regieeinfällen veredelt und immer wieder kabarettreife Szenen kreiert, aber den Jux mit soviel intelligenter Bosheit paart, dass man die Widerhaken nicht übersehen kann.

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Nachtkritik

Bunt-schräger Ideenreichtum

Gustav Rueb setzt auf ziemlich viel Spaß im politischen Scharmützel; sowohl bei den grenzdebilen Mannsbildern der Provinz-Eliten wie auch beim "Essenz"-Kerl Tell und im Umfeld von Frau Berta, Herrn Gessler und dem jungen Rudenz. Der darf sogar mal "mit der Tür ins Haus fallen" – indem er wirklich hinter einer Tür steht und "ins Haus" fällt. Daniel Roskamp hat ein feines Wohnzimmer auf der Seitenbühne platziert, inklusive Video-Kamera, während die ganze Breite der Kammerspiel-Bühne einigen Berg-Panoramen vom Vierwaldstätter See gehört. Gelegentlich wird die Wald-Idylle (in der das Ensemble zu Beginn auch Bäume jodeln lässt zum Alphorn-Klang) von einem Fahrstuhl gestört, der heraufzukommen scheint wie in die Waldidyll- und Wellness-Oase eines Luxus-Hotels. Nina Kroschinske verpasst den hinterwälderischen Pseudo-Revoluzzern Western-Kostüme – auch das ist ein ulkiger Einfall.

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Mittelbayerische Zeitung

Klimawandel, Verantwortung, die Macht der Medien: „Nach dem Essen“ verhandelt große Fragen. Jetzt brachte Regisseur Gustav Rueb das Stück erstmals auf die Bühne: ein dichter 90-Minuten-Abend, der das Publikum fordert.

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Die Deutsche Bühne

Langanhaltender und absolut verdienter Beifall für einen höchst originellen und aktuellen Text, für ein präzises Ensemble und für eine stets unterhaltsame und zugleich nachdenkliche Inszenierung.

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Heilbronner Stimme

Diemel hat Blut geleckt, im Wortsinn. Eine Redewendung aus der Jägersprache, die sich wie ein roter Faden durch die schräge, anarchisch absurde Black Comedy "Achtsam morden" zieht, die am Samstag im Komödienhaus Heilbronn umjubelte Premiere feierte. Trash und Unterhaltung mit drei Erzkomödianten: Nils Brück, Arlen Konietz und Judith Lilly Raab spielen über 50 Rollen in knapp zweieinhalb Stunden mit Pause - eine vergnügliche Geisterfahrt.

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Radio Bremen

Das Oldenburger Staatstheater zeigt eine 90-minütige Inszenierung mit intelligentem Text, die spannend zu verfolgen ist und die zur aktiven Auseinandersetzung einlädt. Die Kostüme und das Bühnenbild haben in Farbe und Gestalt eine gelungene, ergänzende und den Inhalt unterstützende Form. Während des Stückes gibt es diesen tollen Moment, in dem die Schauspielenden die Form der Inszenierung hinterfragen und die Bühne verlassen, um draußen nachzuschauen, ob die Welt noch steht. Am Ende war das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Häuschen. Die wenigen, die vorzeitig aufgegeben haben, haben etwas verpasst. Die, die noch nicht da waren, sollten die Chance nutzen. Ein Besuch lohnt sich!

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NWZ

Das Bühnenbild ist minimalistisch, aber durch interaktives Videodesign höchst wirkungsvoll gestaltet. Dazu gehören mehrere mobile LED-Panels und ein abgeschrägter LED-Boden, der die Bewegungen der Schauspielerinnen mithilfe einer Infrarot-Kamera und per Live-Tracking wiedergibt. Und da gibt es einiges zu sehen, denn viele auf den Punkt durchchoreografierte Strecken entfalten hohe suggestive Kraft. Antworten gibt es am Ende nicht, aber wohlverdienten Applaus für einen ergreifenden Theaterabend, der zwar bekannte Diskurse und Bilder verhandelt, aber durch die Umsetzung beeindruckt.

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